Selbstbestimmt durchs Leben

Edeltraud F. mit Frauen des SkF

SkF e.V. Schweinfurt unterstützt mit eigenem Betreuungsverein seit 40 Jahren Menschen

Schweinfurt. Seit über 70 Jahren engagiert sich der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Schweinfurt für Menschen, ist zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird – getreu dem Leitbild „Da sein – Leben helfen!“ Dabei reicht das Spektrum des vielfältigen Angebots des Vereins von A wie außergerichtliche Konfliktschlichtung bis V wie Vorträge zu unterschiedlichen Themen. Ein Feld, das immer bedeutsamer wird, ist der Bereich der rechtlichen Betreuung. Der SkF unterstützt mit seinem Betreuungsverein ehrenamtliche Betreuer und Betreuerinnen bei deren Aufgaben und zum anderen Menschen, die ihre rechtlichen Angelegenheiten nicht alleine
bewältigen können. Wie die 73-jährige Edeltraud F. aus Schweinfurt. Seit 40 Jahren (!) ist Edeltraud in der gerichtlichen Betreuung durch den Betreuungsverein des SkF e.V. Schweinfurt und wurde in dieser Zeit von „nur“ vier Betreuerinnen des Vereins begleitet. „Ich mag sie alle sehr gerne und sie haben immer ein offenes Ohr für mich“, freut sich die rüstige Rentnerin über diese jahrzehntelange, gelungene Kontinuität, die der Betreuungsverein in ihr Leben gebracht hat.

Die Betreute lebt seit vielen Jahren in einem Wohnheim der Lebenshilfe und arbeitete bis zu ihrer Rente in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung Sennfeld. Bei einem Treffen im SkF-Haus mit der Fachbereichsleiterin (und Betreuerin) Katja Halbig, der stellvertretenden Geschäftsführerin Melanie Stoll und der Vorstandsvorsitzenden Klara Weigand erzählt sie strahlend von ihren Erlebnissen der jüngsten und weiter zurückliegenden Vergangenheit. „Ich war immer gerne unterwegs, habe Gruppenreisen nach Italien, Griechenland und Spanien gemacht. Letzte Woche war ich bei einer Schifffahrt auf dem Main bei Volkach dabei, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich bin fit wie ein Turnschuh“, kichert sie. Regulär trifft sie sich mindestens viermal im Jahr und bei Bedarf auch öfters mit Katja
Halbig. Diese ist vom Gericht bestellte Betreuerin von Edeltraud F. und widmet sich der Gesundheitsfürsorge, Versicherungsangelegenheiten sowie Angelegenheiten gegenüber Renten- und Sozialleistungsträger ihrer Klientin. Um den Tagesablauf, um Besuche beim Arzt oder das Einkaufen von Kleidung etc. kümmert sich das Team der Lebenshilfe; Edeltraud wohnt mit einer achtköpfigen Gruppe zusammen, gemeinsam wird gekocht, gegessen und aufgeräumt. „Ich bin gerne mit den anderen zusammen, aber ich habe ein eigenes Zimmer, da gehe ich hin, wenn ich mal Ruhe haben und nichts tun möchte.“

Katja Halbig erläutert die Entwicklung des Betreuungsvereins des SkF, übrigens der einzige in Schweinfurt: „In den 1980er Jahren begann unser Verein mit einer Betreuerin und einer Betreuten. Inzwischen ist unser Team auf sechs rechtliche und engagierte Betreuerinnen angewachsen, die über 100 Betreute unterstützen. Diese Entwicklung verdeutlicht nicht nur das wachsende Bedürfnis nach rechtlicher Betreuung, sondern auch das Vertrauen der Gemeinschaft/Gesellschaft in diese wichtige Arbeit.“ Die rechtliche Betreuung sei von zentraler Bedeutung für die Wahrung der Rechte und Interessen von Menschen, die aufgrund unterschiedlichster Ursachen (Krankheiten, Süchte, Unfälle, Behinderungen etc.) nicht in der Lage seien, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Die Betreuungsreform von 2023 habe die Rahmenbedingungen weiter verbessert, die
Wahrung der Rechte betreuter Menschen und die Förderung ihrer Selbstbestimmung gestärkt. „Im Mittelpunkt steht der Wunsch des Betreuten.“ Eine zentrale Schwierigkeit sei laut Katja Halbig, die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Angebote sicherzustellen. Dennoch ist für sie und ihre Kolleginnen der Einsatz für die Menschen eine echte Herzenssache. Der Betreuungsverein bietet übrigens zusätzlich auch kostenfreie Beratungen und Informationen für Menschen an, die sich gerne ehrenamtlich in der Betreuung engagieren und Menschen auf diese Weise unterstützen möchten.

Zum Abschluss des Gesprächs zeigt die fröhliche Edeltraud glücklich und stolz auf ihren neuen Ring: „Der ist von meinem Freund, wir haben uns in der Tagesgruppe kennengelernt und sind jetzt zusammen. Eigentlich wollten wir uns verloben, aber wir können auch einfach so zusammen sein. Der Ring ist ein Zeichen der Verbundenheit.“ Selbstbewusst und weitestgehend selbstbestimmt führt die 73jährige u.a. mit Hilfe des SkF e.V. Schweinfurt ihr Leben.

Weitere Infos unter: https://www.skf-schweinfurt.de/hilfe-beratung/betreuungsverein/

(Text und Foto von Katja Eden)

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